Schnelle Orgasmen sind auf Dauer auch nicht so meins.

Abgesehen von Ernährung, Bewegung, ein rauchfreies Leben und anderen Abstinenzgeboten soll es ja auch noch weitere unpolitische Themen geben, über die es sich nachzudenken lohnt. Neulich zum Beispiel…

Spaziergang

Neulich spazierten mein bester Freund und ich durch Berlin, unterhielten uns über Haare, Schweden und Fortpflanzungssport (Geschichten von Tanten der Cousinen unserer Nachbarn natürlich). Er, nennen wir ihn Addi, erzählte mir von dem Druck, der, so oft und ausgiebig er schon diskutiert wurde, zu einem klischeebehafteten Mythos geworden zu sein scheint. Es geht um das berühmte Nicht-Zu-Früh-Kommen, Nicht-Einknicken, Für-Ihren-Orgasmus-Verantwortlich-Sein. Natürlich möchte ich nicht behaupten, dass jeder Mann diesen Druck verspürt, schon gar nicht jedes Mal. Aber er ist ein Phänomen, welches mir schon häufiger in Gesprächen mit Männes begegnete.

Männes

Sex kann für die eine oder den anderen in eine Art Leistungssport ausarten: länger, härter, döller (für Dialektbefreite: „doller“) und was Umlaut-Komparative noch so für Verben kreieren. „Später“ oder „Ich will noch nicht kommen“ gehört wohl eher selten zum erotischen Bettgeflüster, wenn der weibliche Höhepunkt bevorsteht. Doch ist es unsere Absicht, wie bei einem Marathon, dank regelmäßigem Training immer schneller zum „Ziel“ zu kommen? Muss Mann nur deswegen Ausdauer zeigen, damit Frau ebenfalls zum Zug kommt? Addi erfreute mich mit folgendem Satz: „Schnelle Orgasmen sind auf Dauer auch nicht so meins.“. Es war mir zwar nicht ganz neu, dass auch das andere Geschlecht an mehr als Quickies interessiert ist, aber es gibt nicht viele, die so offen und einleuchtend mit mir darüber geredet haben. Er erzählte mir, dass er regelmäßig trainiert…  Das soll heißen, dass er versucht, nicht so schnell zu kommen wie er könnte, wenn er nicht zwischendurch an die alte Frau Meißner von gegenüber denken würde (bis hier hin nichts Neues).

Frau Meißner

Sein Training sieht aber auch vor, zu üben, beim Kommen nicht zu ejakulieren, nach dem Höhepunkt einfach weiterzumachen mit dem Sex. Je später der erste Orgasmus, desto intensiver sei dieser bereits. Noch besser werde dann der zweite. Wie lange es bis dahin dauert und ob die Ejakulation ein weiteres Mal aufgehalten werden kann, hänge nicht nur von seinem, sondern stark vom Erregungsgrad der Frau ab (welcher wiederum den seinen beeinflusse). Je erregter sie sei, desto schwieriger wäre es (klar…). Spätestens wenn die Geliebte kommt, kommt auch Addi (erneut) – diesmal dann mit allem Drum und Dran. Dieser zweite Orgasmus nach einer längeren Zeitspanne starker Erregung kann von der Intensität variieren – je nach Dauer des Lustspiels, Stimmung aller Mitwirkenden und körperlichen Verfassung. Zu einem dritten kam es in Addi’s Karriere bisher nur selten während ein und derselben Sporteinheit. Aber er übt fleißig weiter – mit Hilfe seines Kamasutra-Buches!

Kamasutra

Multiple Orgasmen unterschiedlicher Qualität mit oder ohne Ejakulation – es gibt also zahlreiche Lustlevel, auch für den Mann. Wenngleich ich stets bemüht bin, die Welt nicht in schwarz und weiß aufzuteilen und flache Klischeebilder nicht gedankenlos als gegeben annehmen möchte, muss ich doch zugeben, dass Addi mir diese Tatsache noch einmal sehr bewusst gemacht hat.

Der Vollständigkeit halber: Selbst gänzlich ohne Orgasmus ist die Mühe nicht umsonst, behaupte ich zumindest. Addi wiederum behauptet mir zuzustimmen…

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6 Gedanken zu “Schnelle Orgasmen sind auf Dauer auch nicht so meins.

  1. Sex muss man genauso lernen wie alles andere im Leben!
    In der Jugend ist es sicher einfacher als im Alter.
    Ein Fehler, der sicherlich immer wieder gerne gemacht wird, zumindest gedanklich, ist der Glaube, beide müssen zusammen kommen.
    Das ist zwar nett, muss aber so gar nicht sein.
    Trotzdem sollten Männer lernen so lange wie möglich an sich halten zu können, denn die Natur hat sich da nun mal einen derben Schnitzer erlaubt: Die Frau braucht wesentlich länger als ein Mann!
    Während Männer besser gucken können und auch müssen, ja das stimmt wirklich, sie müssen sich so einstimmen, brauchen Frau wesentlich mehr Stimmulation… meistens jedenfalls.
    Nichts gegen den schnellen Quicky wenn man mal so richtig unter Dampf steht, aber richtig schöner Sex dauert eben etwas länger als 3 Minuten.
    Man kann das lernen, liebe Männer. Ansonsten ist das körperlich bedingt und ihr solltet den Weg zum Urologen oder zum Männerarzt, ja gibt es wirklich, nicht scheuen.
    Und sprecht mit eurem Partner über euren Sex, dann ist die halbe Miete schon mal drin *g* und ihr könnt anfangen mit Geniessen…
    Meistens jedenfalls. Dann klappt`s auch mit dem nächsten Orgasmus, oder auch mehreren…

    Viel Spass wünscht euch kkk

  2. Zu schnell kommen möchte man als Mann sicherlich nicht, gerade wenn sie gerade kurz davor ist. Kann schon mitunter anstrengend sein. Zu krampfhaft sollte man es aber auch nicht angehen, man kann sie ja auch noch anders zum Orgasmus bringen

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