Kürbis-Karotten-Suppe, Karaoke & innere Konflikte

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Teil meines perfiden Masterplans, die Welt zu verbessern, ist es, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. So kochten Addi und ich Montagabend eine vorzügliche Kürbis-Karotten-Suppe mit einem Hauch Ingwer und Milch. Milch. Ja Milch ist in Maßen etwas Feines. Frische Milch. … Was soll ich sagen, die Suppe war lecker, nur leider viel zu viel. So aß und teilte ich mit meiner ausgehungerten Mitbewohnerin Stella auch noch am nächsten Tag davon. Leer war der Topf aber auch dann nicht. Es wurde Mittwoch. Ein absoluter Härtefall für mich. Normalerweise traue ich mich am 3. Tag niemals, noch von dem Essen zu probieren, aber es erscheint mir auch zu früh, es wegzuwerfen. Also warte ich in den meisten Fällen noch 1 bis 2 weitere Tage bevor ich das gute Zeug im Müll verschwinden lasse. Aber nicht gestern. Ich will ja weniger verschwenden, der Umwelt und meinem Portemonnaie zuliebe. Allerdings vermute ich vage, dass ich die Suppe nicht nur tagsüber, sondern auch jeweils nachts hätte in den Kühlschrank stellen sollen. Ich weiß nicht genau, was gestern Abend nach dem Verzehr des letzten Rests der orangenen Verführung los war, aber es ging meinem Magen und mir nicht Bestens. Heute geht es besser, aber dennoch bin ich nicht so hungrig wie gewohnt. Nur habe ich einer geliebten Kollegin, die mir durch 3-wöchiges Bitten, Betteln und einer Schlechte-Gewissen-Taktik das Versprechen abrang, heute beim allmonatlichen gemeinsamen Kollegen-After-Work-Feiern dabei zu sein… allein ihr zuliebe steht Karaoke auf dem Programm. Niemand will singen, außer besagter Lieblingskollegin. Diese normalerweise solodarische Leidensgenossin hat zudem einen ihrer letzten Tage in diesem Büro, was ihr ein weiteres Argument zuspielte, mich zu überzeugen… mich gegen einen gemütlichen Abend mit Kamillentee und einer frühen Schlafenszeit zu entscheiden. Welche Optionen bleiben?

A: ich muss mich unheimlich betrinken, um mich mit ihr auf die Bühne zu stellen und dabei ein Mikro zu halten. Destination meines Mageninhalts ist in diesem Fall jedoch ungeklärt.

B: Ich trinke nicht so viel, damit mein Magen nicht auf die Idee kommt, den Waffenstillstand zu beenden. So singe ich aber nicht oder lasse mich peinlich mit rot leuchtendem Kopf auf die Bühne zerren um dann keinen Ton rauszukriegen.

C: Ich trinke und nehme in Kauf, auf der Bühne nicht nur zu beweisen, dass ich noch schlechter singen kann als den Geschirrspüler auszuräumen und gebe mit einer den Magen, das Zwerchfell und die Bauchmuskel zusammenziehender, den Magenschließmuskel öffnender, den Mageninhalt über die Speiseröhre wandern lassender Performance noch eines oben drauf.

… Ich hab mich noch nicht entschieden. Mal gucken. Sollte sich jemand von euch heute in eine Karaoke Bar verirren und ein blasses Mädchen singend kotzen sehen – sprecht sie nicht an. Sie leidet lieber im Stillen 🙂 

karaoke

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4 Gedanken zu “Kürbis-Karotten-Suppe, Karaoke & innere Konflikte

  1. Deinen Vorsatz nicht so viel wegzuwerfen finde ich toll! Du könnest, wenn du am ersten Tag (also gleich nach dem kochen) feststellst dass es zu viel Suppe ist, einen Teil einfrieren und mit Datum versehen. Dann weißt du es ist frisch(er) als am 3.ten Tag und man kann zwischen drinn mal was anderes essen.
    Bin gespannt wie deine Entscheidung ausgefallen ist!!

    1. Danke 🙂 Ja das ist ehrlich gesagt ne gute Idee. Da muss ich nur noch meine Mitbewohnerin darum bitten, etwas Platz zu schaffen.
      Der Abend war überraschender Weise und entgegen meiner Vorurteile ziemlich lustig. Ich hab nur 3 Cocktails und 2 Kurze gebraucht 😀 Unser freiwilliger Spaßorganisator hat uns einen eigenen Raum gemietet, in dem wir dann wüten, tanzen, trinken und schreien/singen konnten. Ein guter Kompromiss wie ich finde. Niemand musste auf eine Bühne und nach den ersten Getränken hat auch kaum einer mehr allein gesungen. Seltsamerweise ist das Büro gerade überraschend leer…

  2. Sonst hilft auch immer Klosterfraumelissengeist! Das ist Medizin- jahaa! – hoch-wirksam & -prozentig 😉 meiner MuttersfreudinMutter, also die OmameinerBabysittkinder hat sich damit abends immer die Kante gegeben unter dem Deckmäntelchen der „Medizin“.

    Mir gefällt übrigens Deine Schreibe!

    1. Hehe,… merk ich mir. Vielleicht komme ich darauf zurück. falls ich irgendwann beschließe mit dem Trinken aufzuhören und nach Alternativen suche.

      Vielen Dank für Kompliment. Das kann ich nur zurückgeben!

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