Blaue Rühreier und Sport

Mit dem Zauberschrank voller Schlaraffenlandzubehör habe ich meinen Frieden geschlossen. … Na gut, ich arbeite daran. Etwas Bewusstsein für die eigene Nahrungsaufnahme ist aber nicht alles. Zumindest ist es langweilig, sich nur Dinge zu verbieten. Deshalb suche ich nach Sachen, die ich in meinen Alltag hinzufügen kann, wie beispielsweile lustig aussehende, das Rührei blau färbende Rote-Bete-Möhren… lecker!

Eine andere Addition wäre – da momentan außer Betrieb – Sport wieder in mein Leben einzuführen. Nachgedacht habe ich darüber ja bereits. Im Drüber-Nachdenken bin ich spitze, auch im Optionen-Abwägen und Mal-Gucken. Vor kurzem hat mich aber eine – ebenfalls sportlahme – Freundin beim Denken unterbrochen und zum Joggen eingeladen. JA was für eine wundervolle Idee dachte ich 2 Tage vor dem geplanten Date. 48 Stunden später dachte ich dann: Pizza und Filmgucken. Aber nix da – trotz beidseitiger halbseitengelähmter Motivation haben wir uns spät abends in aller Dunkelheit (18:30 Uhr) hinaus in die nasse Kälte gewagt und sind tatsächlich 40 Minuten mehr oder minder rasant (fast) ohne stehenzubleiben gelaufen. Es war eine Offenbarung! Das ist es, wonach der Körper nach 8 Stunden Bürostuhlisierng lechzt, wonach er schreit. Es tat so unglaublich gut und eine irgendwo im weihnachtlichen Glühwein ertrunkene Bewegungserinnerung tauchte wieder auf. Es war SO gut, dass ich heute Morgen erneut die Laufschuhe rausholte und meiner Mission, auf mich selbst zu hören, nachging. Ob ich nun nach oder vor der Arbeit laufen gehe spielt dabei keine Rolle – es ist so oder so dunkel und somit für meinen immermüden Verstand mitten in der Nacht.

Nebeneffekt: Dabei denke ich an vieles, aber nicht ans Rauchen.

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Motivation: Nur ein sporadisches Hobby?

Rauchen ist eklig, Süßigkeiten machen Zahnweh, Rauchen ist eklig, Süßigkeiten machen Zahnweh… Wie war das mit den Vorsätzen? Ich kenne mich mit dieser Neujahrstradition ja nicht so aus, aber bin ich mit 2 Wochen nicht schon über meine Zeit? Wann bricht der Durchschnittsmotivierte sein Vorhaben, die Welt und sich selbst zu verbessern, normalerweise ab?

Gestern fragte mich die nette Kollegin und interne Wohlfühlbeauftragte, ob ich in die Metro mitkomme, unser Büro brauche wieder Konsumgüter. Gerne stimmte ich zu, mal 1 – 2 Stunden weniger vorm Bildschirm zu sitzen und den Popo weich zu parken. … denn sie wusste nicht, was sie tat.

Innerhalb kürzester Zeit war mein Einkaufswagen voller Klopapier und Kugelschreiber. Soweit so gut, soweit erträglich. Dann noch ein paar Pflaster, Tampons, Handcreme (mein Einkaufswagen hat mich noch nie attraktiver wirken lassen) und auf einmal sagte sie „Now the fun part“. Das bedeutete Schokolade über Schokolade über Salzstangen, Fruchtgummis, Schokoriegel, Nüsse und wieder Schokolade. Ich durfte mich richtig austoben, alles was alle gerne mögen und vor allem ICH gerne mag – einfach rein in den Wagen! Ich kam mir vor, wie im Schlaraffenland mit Diabetes und einem Zahnarzttermin im Nacken. Kaufen aber nicht essen, sagte die eine Stimme in meinem Kopf. Alle anderen Stimmen planten aber längst das Komplott. So war klar, was ich, zurück im Büro, als erstes tat: Auspacken, und „Ich“ sagen, als jemand fragte „Wer teilt sich mit mir diesen Schokoriegel?“.

… ich wollte alles fotografieren, aber die irritierten Blicke meiner Kollegen haben mich nervös gemacht 🙂

Das heißt nun für mich, zumindest so lange die übrigen gierigen Büroinsassen nicht alles verschlungen haben, dass mein Schweinehund jeden Tag aufs Neue zum Tanz aufgefordert wird. Es reicht nicht mehr, im Supermarkt an den Speckrollenverursachern und Kariesmagneten vorbeizugehen. Nein, jeden Tag im Büro, wenn ich mir eine Tasse Tee oder Kaffee hole, muss ich an diesen Zauberschrank voll süßer Verführung vorbeigehen…

Da fällt mir ein… Kaffee? Was liebe ich mehr als Süßigkeiten? Kaffee und Zigarette… verdammt. Jetzt denke ich an Kaffee und sehe diese hübsche französische Kollegin sich eine Zigarette drehen… aus irgendeinem Grund sieht bei ihr alles lässig aus… Nein! Aus dem Alter bin ich raus! Rauchen ist uncool, Schokolade macht schwerfällig und Kaffee verfärbt eh die Zähne…

Ein bisschen viel Abstinenz auf einmal. Da fällt mir doch glatt wieder ein, warum ich Neujahrsvorsätze bisher gemieden habe…

Mein erster Post, mein erster Blog.

Hallo allemaal!

Ich bin noch völlig neu in dieser Welt, verknallt in Antwerpen, (nicht nur) studienbedingt völlig fasziniert vom Sprechen, Schreiben und den vielfältigen Möglichkeiten, Missverständnisse zu kreieren. Das Leidenschaft, Interesse und der Druck, sich anzupassen und seine Miete zu zahlen nicht immer Hand in Hand gehen, ist momentan meine größte Misere. Aber würde immer alles so laufen, wie man es sich spontan von einer Märchenfee wünschen würde, könnte man wohl wenig im Leben dazulernen, vor allem wenig über sich selbst. Zumindest sag ich mir das, wenn ich mal wieder 5 Excel-Dateien auf 2 Bildschirmen gleichzeitig bearbeite und mich frage, wann wohl auffällt, dass ich im Bewerbungsgespräch ironisch war, als ich sagte „Ich finde alle Excel-Befehle toll, kann mich gar nicht entscheiden.“

Nun ja, im Allgemeinen bin ich heim- und fernwehkrank. Durchschnittlich ziehe ich 1- bis 2-mal im Jahr um, manchmal bleibe ich auch 2 Jahre in einer Wohnung. Da ich weder Kinder noch Haustiere habe und Möbel im Wert von weniger als 200 € besitze, ist umziehen nie weiter kompliziert gewesen.

Zurzeit bin ich verliebt, vergnügt, verarbeitet. Ich erfreue mich an den alltäglichen Stoßgebeten à la „Ab heute wird alles anders – ich mache mehr Sport, trinke weniger Kaffee und nehme eine Speckrolle am Bauch ab.“ Aus „ab heute“ wird auch gern „ab Montag“ oder „ab dem 1. des nächsten Monats“ usw. Auch zu Zigaretten habe ich zwiespältige Gefühle. Mein neuestes Vorhaben – und eher untypisch für mich, da ich nicht an gute Vorsätze zum Neujahr glaube – ich höre mit dem Rauchen auf. Bisher halte ich durch. Doch war es wohl in den seltensten Fällen die einfachste Idee, gleichzeitig aufs Rauchen und auf den täglichen Konsum von Süßigkeiten zu verzichten. Na ja, aber diese Sachen zählen wohl zu den Luxusproblemen in unserer Gesellschaft.

Über diese Banalitäten und Wichtigkeiten, Besonderheiten und alltäglichen Absurditäten des Lebens sowie die dadurch entstehenden Begegnungen, Überraschungen, Gespräche und Entwicklungen möchte ich hier mit euch reden. Einen eigenen Blog zu führen, habe ich mich lange nicht getraut. Nachdem ich mich aber monatelang von tollen Blogs habe inspirieren lassen und es nicht mehr aushalte, meine Schreiblust zu unterdrücken, wage ich es nun.

Wunderbar wäre ein Austausch. Mal schauen, was hieraus wird.

Sollte euch das Lesen meiner Texte Vergnügen bereiten, freut mich das. Solltet ihr hilfreiche Tipps für mich haben, bin ich dankbar, sie zu hören. Denn ich habe wirklich noch nicht so viel Ahnung 🙂

Solltet ihr bis hier hin gekommen sein: Danke für eure Zeit.

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